Arbeitsgruppe
Öffentlichkeit

7. Oktober 2023 – Zwei Jahre danach
Aufruf zum Gedenken in Lübeck

Am 7. Oktober 2023 überfiel die Terrororganisation Hamas gemeinsam mit ihren Verbündeten den Süden Israels. In den frühen Morgenstunden stürmten bewaffnete Einheiten die Grenzanlagen, überfielen Städte und Kibbuzim, griffen ein Musikfestival an. Sie hinterließen eine Spur der Verwüstung und des Hasses.

Über 1.200 Menschen wurden ermordet, mehr als 5.400 verletzt. Mindestens 250 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt, darunter Kinder, alte Menschen und ganze Familien. Die Täter*innen filmten ihre Gräueltaten, stellten sie in sozialen Netzwerken zur Schau – als Trophäen, als gezielte Demütigung. Auch zwei Jahre später sind noch immer 48 Menschen in den Tunneln der Hamas gefangen. Der Angriff vom 7. Oktober war mehr als ein Kriegsakt. Er war ein antisemitisches Massaker. Menschen wurden nicht wegen ihrer Rolle im Konflikt ermordet, sondern weil sie als Juden_Jüdinnen markiert waren. 

Dieser Tag geht in die Geschichte ein als der größte Massenmord an Juden_Jüdinnen seit der Shoa. Für Israel und die jüdische Weltgemeinschaft war der 7. Oktober eine tiefe Zäsur. Seither ist nichts mehr, wie es war. Für viele Angehörige und Überlebende steht die Zeit still – zwischen der Trauer um die Ermordeten, der Sorge um die Geiseln und der Erfahrung, dass Antisemitismus in seiner tödlichsten Form nie verschwunden war. 

Unsere Verantwortung 

Wir, die Nachfahren der Täter*innen der Shoa, tragen eine besondere Verantwortung. Es ist unsere Pflicht, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten – nicht nur in Gedenkreden, sondern in praktischer Solidarität mit Juden_ Jüdinnen. Antisemitismus ist kein Problem der Vergangenheit, sondern eine Bedrohung der Gegenwart. Er zeigt sich in den Angriffen auf israelisches Leben, in der Relativierung von Massakern, in Verschwörungserzählungen und in der Normalisierung von Judenhass auf den Straßen und im Netz. 

Das Massaker vom 7. Oktober erinnert uns schmerzhaft daran, dass die Geschichte nicht abgeschlossen ist. Unsere Solidarität darf deshalb nicht abstrakt bleiben: Sie bedeutet, den Opfern und ihren Angehörigen beizustehen, den Geiseln eine Stimme zu geben und jüdisches Leben überall zu schützen. 

Gedenken in Lübeck 

Am 7. Oktober 2025 jährt sich der Angriff zum zweiten Mal. Wir wollen an diesem Tag einen Raum für Erinnerung und Trauer schaffen: 

Ort: Markt in Lübeck 

Zeit: 16:00–20:00 Uhr 

Form: Provisorischer Gedenkort 

Alle sind eingeladen, Blumen, Bilder oder andere Zeichen der Solidarität niederzulegen. 

Der Ort soll stilles Gedenken ermöglichen und die Würde der Opfer ins Zentrum stellen. Wir bitten darum, an diesem Tag und an diesem Ort von politischen Diskussionen über den Krieg abzusehen. Es geht nicht um Deutungen oder Rechtfertigungen, sondern um das Erinnern an die Ermordeten und Verschleppten, um die Trauer der Hinterbliebenen und um die Solidarität mit jüdischem Leben – in Israel, in Deutschland und weltweit. 

Erinnerung heißt handeln 

Gedenken ist kein Selbstzweck. Es ist die bewusste Entscheidung, die Opfer nicht zu vergessen, Antisemitismus nicht hinzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. Wer am 7. Oktober innehält, stellt sich gegen das Vergessen und gegen die Normalisierung von Judenhass.

Gegen jeden Antisemitismus.

Bring them home now.

 

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Pressemitteilung

Lübeck, 5.8.2025

Neue Gruppe der „OMAS GEGEN RECHTS“ in Lübeck gegründet

 

In Lübeck hat sich mit den „OMAS GEGEN RECHTS-Lübeck Altstadt“ eine zweite Gruppe gebildet. Anlass dafür war das starke Wachstum der bisherigen Lübecker Gruppe, eine erfreuliche Entwicklung, die jedoch auch neue Anforderungen an Kommunikation und Organisation mit sich brachte.

Ab einer bestimmten Größe kann es für eine zivilgesellschaftliche Initiative herausfordernd werden, effektiv und koordiniert zu arbeiten. Mit der Neugründung möchten wir eine übersichtlichere Struktur schaffen, die es ermöglicht, engagiert und wirkungsvoll gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus aktiv zu bleiben.

Wir betonen ausdrücklich: Diese Neugründung versteht sich nicht als Abgrenzung oder Konkurrenz zur bestehenden Gruppe, sondern als Erweiterung. Unser gemeinsames Ziel bleibt: Ein starkes, solidarisches Engagement für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt – und gegen jede Form von rechter Ideologie.

Wir sind offen für eine konstruktive Zusammenarbeit und gemeinsame Aktionen mit allen Kräften gegen Rechtsextremismus in Lübeck und darüber hinaus.

Kontakt:

ogr-luebeck-altstadt@posteo.de

www.ogr-luebeckaltstadt.de

 

Kurzmeldung: 

Neue Gruppe „OMAS GEGEN RECHTS-Lübeck Altstadt“ gegründet

In Lübeck hat sich mit den „OMAS GEGEN RECHTS-Lübeck Altstadt“ eine zweite Gruppe gegründet. Grund dafür ist das starke Wachstum der bisherigen Gruppe, eine positive Entwicklung, die aber auch organisatorische Herausforderungen mit sich brachte. Die neue, kompaktere Struktur soll effizientes Arbeiten und bessere Kommunikation ermöglichen.

Wichtig ist uns: Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. Unser gemeinsames Ziel bleibt: Mit klarem Kurs gegen Rechts, für Demokratie und Menschenwürde.

Kontakt:

ogr-luebeck-altstadt@posteo.de

www.ogr-luebeckaltstadt.de

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