Arbeitsgruppe Anitisemitismus

 OMAS GEGEN RECHTS Lübeck Altstadt

Es bricht sich Bahn, was nie weg war
Anmerkungen zum linken Antisemitismus

Kontinuierlich nahm die Judenfeindlichkeit in den letzten Jahrzehnten zu, die Zahlen und Statistiken sind eindeutig. 

Doch erst der Hamas Überfall mit dem Gemetzel und Vergewaltigen von Juden und Jüdinnen oder an denen, die die Mörder und Vergewaltiger für Juden und Jüdinnen hielten, führte zu einer Explosion der Judenfeindlichkeit. 

Die Zahlen und Statistiken zum Antisemitismus sind erneut eindeutig. Das Massaker hat nicht zur Solidarität mit den Opfern geführt, sondern zur Solidarität mit den Tätern.

Wären die Opfer nicht Jüd*innen, wäre dieses Paradox nicht denkbar.

 

Feminismus

Es ist zu Recht feministischer Grundsatz, Betroffenen sexualisierter Gewalt zu glauben, parteilich auf deren Seiten zu sein und diese solidarisch zu unterstützen. 

Doch gilt dies nicht für israelische Frauen.

Es geht gar nicht um Glauben, denn die geschlechtsspezifische Gewalt, das Morden, das Vergewaltigen, die Entmenschlichung am 7.10. ist keine Frage des Glaubens, sondern des Wissens.

Trotz eindeutiger Beweise – erstellt von der Hamas selbst, die ihre Taten stolz und hundertfach filmte – wird das erlittene Leid angezweifelt, den Überlebenden die Unterstützung verweigert, es wird sogar die Echtheit des Massakers an sich bezweifelt.

Schweigen, Entsolidarisierung und Feindschaft sind häufige Reaktionen von Feministinnen, welche beeindruckend demonstrieren, dass eine feministische Einstellung nicht vor Antisemitismus schützt.

Metoo unless you`re a jew

Warum jedoch auch gar nicht wenige queere Menschen Sympathien für mordende, vergewaltigende faschistisch-islamistische Männerbanden entwickeln und diese zu Freiheitskämpfern umdeuten, ist eine Frage, für die an dieser Stelle einfach keine Idee entwickelt werden kann. 

Es ist unklug, sich mit denen zu solidarisieren, die einen ausgelöscht sehen wollen.


 

Antisemitismus und die Linken

Wahnhaft, aggressiv, diskursverweigernd, geschichtsvergessen und vom Pathos erfüllte, sich als links verstehende Menschen machen anderen sich ebenfalls als links verstehende Menschen, deren humanistisches Menschenbild als Grundlage politischen Handelns auch Jüd*innen mit einbezieht, das Leben schwer, schreien sie nieder, verfolgen sie, markieren sie mit Adresse auf Stickern, malen rote Dreiecke zur Feindmarkierung vor deren Wohnungen, Läden, Clubs und Restaurants.

So sensibel dieser erste Teil der Linken die subtilen Formen von Rassismus durchschaut, so stur verweigern sie die Selbstreflexion ihres antisemitischen Handelns und behaupten der Einfachheit halber, sie sind nicht antisemitisch. Fertig. 

Als ob Täter*innen selbst definieren, ob sie welche sind. 

Dieser massenhysterisch-projektive Hass tritt bei keinem der anderen weltweiten Konflikte auf. Es ist der Hass auf einen winzigen Ministaat, der sich in einem wesentlichen Merkmal unterscheidet, der den Hass erklärt: er ist überwiegend jüdisch. 


 

Genozid

Wie ein Mantra wird der Genozidvorwurf beschworen. Institutionen und autoritäre Linke bestehen darauf, dass der Staat der Jüd*innen genauso schlimm ist wie die Nazis schlimm waren. Damit relativieren die Urenkel*innen die Verbrechen ihrer Großeltern: seht her, Jüd*innen sind auch nicht besser. Deutschland wird wieder gutgemacht, Israel dämonisiert. Begründet wird mit vermeintlich renommierten Institutionen, die ebenfalls einen Genozid attestieren. 

Z. B. die UN: ein Zusammenschluss von überwiegend antidemokratischen und vielen antisemitischen Staaten. Die UN, bei der der Iran den Vorsitz im Sozialforum des Menschenrechtsrats hatte. Die UN, deren Menschenrechtsrat bis 2024 Israel 108-mal verurteilt hat, ca. dreimal so viel wie Iran, Nordkorea und Russland zusammen. Oder Amnesty International: kurzerhand wird die Definition von Völkermord umdefiniert, damit der Genozidvorwurf passt. Ein Genozid ist jedoch genau definiert und wird einzig vom Strafgerichtshof geprüft und nicht von selbsternannten Richter*innen, die sich in einem Zirkelschluss gegenseitig bestätigen und von Hamas Propagandavideos emotionalisieren lassen. Dabei wäre es gar nicht so schwer, belegte Kriegsverbrechen und das teils unverhältnismäßige Vorgehen der israelischen Armee scharf zu kritisieren und zu verurteilen, aber unter einem Völkermord geht es nicht. 


 

Hungersnot

Die Not und das Leid in Gaza sind unübersehbar und unbestritten. 

Es darf angenommen werden, dass der Hamas das Leid der Palästinenser*innen weniger wichtig ist als ihr Hass auf Jüd*innen. Empathie gegenüber der eigenen Bevölkerung darf bezweifelt werden.

Manche Fotos von Töpfe haltenden Kinder sind gestellt für Hamas-Fotografen. Von Erbkrankheiten gezeichnete Kinder werden instrumentalisiert, um eine nicht vorhandene Hungersnot zu belegen. Im antijüdischen Wahn wird die Realität ausgeblendet und die Propaganda der Hamas übernommen. Unbestritten: Israel erschwerte mutmaßlich die Versorgung und es gibt Hinweise, dass Hunger als Druckmittel erwünscht war. 

Dennoch gibt es einen Unterschied zwischen hungrig sein und einer Hungersnot (Torsch, 2025). 

Der Hunger wird genutzt für eine übertriebene Extremdarstellung zur weiteren Dämonisierung Israels. Ob ausschließlich Israel an der Unterversorgung mit Lebensmitteln verantwortlich war, wird zu klären sein. Hungrig waren und sind vor allem die Schwachen, Kranken und Kinder, die dem Faustrecht der palästinensischen Männer, Clans und Hamas-Terroristen nichts entgegensetzen konnten. Die eigentlich ihnen zugestandenen und verwehrten Lebensmittel konnten dann auf dem Schwarzmarkt gekauft werden.


 

Israel

Israels machtbesessener Regierungschef bettelt derzeit darum, von Korruptionsvorwürfen begnadigt zu werden. Ein Regierungschef, der das Treiben der Hamas vor dem 7.10.23 duldete, der ohne Druck den Krieg weitergeführt hätte, damit seine Vergehen nicht aufgearbeitet werden könnten in den Wirren eines Kriegszustandes. Vor allem: der sich wird fragen lassen müssen, wieso der Staat so dermaßen am 7.10. versagt hat. Netanjahu, flankiert von Ministern, deren rassistische Ausfälle gegenüber Palästinenser*innen kaum zu überbieten sind.

Wer die teils menschenverachtende Politik und die mutmaßlichen Kriegsverbrechen der IDF als Propagandalügen grundsätzlich leugnet und nicht bereit ist zu sehen, betritt den Graubereich des Philosemitismus.

Wer aus dieser Kritik an der Regierung und der Armee den Staat Israel delegitimieren und abschaffen möchte, hat den Bereich des Antisemitismus bereits betreten.

Wer jedoch glaubt, die Vernichtung Israels ist der erste Schritt in Richtung Klimarettung, Weltfrieden und Verwirklichung von Menschenrechten – genau das deuten die Parolen und Banner auf den Palästinademos an – ist von einer wahnhaften Obsession getrieben.


 

Postkolonialismus

Vorweg sei daran erinnert, dass die Palästinenser*innen jeweils eine angebotene Zweistaatenlösung ablehnten. Erinnert sei auch daran, dass die Gründung Israels aus dem Holocaust sowie der weltweiten Verfolgung von Jüd*innen als Überlebens-Schutzraum resultierte, auf einem Gebiet, welches historisch seit Jahrtausenden jüdisch war. Vorweg sei aber auch erwähnt, dass die gegenwärtige Gewalt durch Siedler*innen nicht zu rechtfertigen ist.

Zur Einordnung und reduziert auf wenige Beispiele: Russland ist etwa so groß wie Europa und Australien zusammen und überfiel das größte Land Europas.

Reaktionen auf Russlands Überfall aus der linken Bewegung bestehen aus einem Schulterzucken, ebenso nach dem Ausschalten demokratischer Strukturen in Hongkong durch China und auch der Protest gegen die Türkei auf Grund der Repressionen gegen Kurd*innen ist marginal.

Israel hat eine Größe, die ungefähr aus 0,0044 der Erdoberfläche und 0,015 Prozent der Landoberfläche besteht. Jüdische Menschen machen ca. 0,2 Prozent der Menschheit aus, jüdische Israelis ca. 0,096 Prozent.

Was unterscheidet all die Schurkenstaaten mit ihren imperialistisch-kolonialistischen Verbrechen von Israel und führt dazu, dass ausschließlich gegen Israel Zehntausende, zuweilen sogar hunderttausende Menschen wütend auf die Straßen gehen und sich nicht nur in Einzelfällen in Vernichtungsphantasien gegenüber Israel äußern? 

Der Unterschied: Israel ist überwiegend jüdisch.
 

Letzte Anmerkung zum linken Antisemitismus

Wir alle wachsen auf in einer Gesellschaft voller Ausgrenzungen und Vorurteile: gegenüber Frauen, Schwule und Lesben, Geflüchtete, Sinti und Roma, People of Color, Alte, Arme, Bürgergeldempfänger*innen usw.

Es kann ausgeschlossen werden, nicht rassistisch, nicht sexistisch, nicht antisemitisch zu sein. Wir sind es, ob wir wollen oder nicht. 

Alle. 

Sagt eine Person „ich bin nicht rassistisch“, dann meint dies höchstens „ich möchte nicht rassistisch sein“. Es ist nicht möglich, jahrzehntelang aufzuwachsen mit Ressentiments und diese per Willensbeschluss abzulegen. Es benötigt den Willen zur Auseinandersetzung mit den eigenen Rassismen und es ist viel Arbeit und Erkenntnisgewinn über ausgrenzende Strukturen und deren Funktionen notwendig, um die eigenen antihumanistischen Einstellungen zu reduzieren. 

Dieser Wille ist vorhanden in großen Teilen links denkender Menschen. Doch nicht beim Antisemitismus. Denken in Feind-Freund Kategorien und die Suche nach vereinfachenden Antworten herrscht bei Vielen vor. Das Weltübel wird im Zionismus verortet, meint jedoch Judentum. 

Es ist viel leichter, sich untereinander im Antisemitismus zu bestärken, als sich mit dem eigenen Antisemitismus kritisch auseinanderzusetzen. Dies ist ebenso anstrengend wie die Auseinandersetzung mit anderen Ressentiments. Diese Auseinandersetzung konsequent zu verweigern ist falsch.

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